Ein Haus mit Geschichte
Der Lemisch-Hof in der Getreidegasse 8 wurde in den Jahren zwischen 1792 und 1795 errichtet. Das Gebäude entstand auf einem damals unbebauten Grundstück am Rand der Stadtbefestigung und steht bis heute an der Ecke zur Priesterhofgasse.

Seine Lage direkt am ehemaligen Stadtwall verleiht dem Haus eine besondere historische Tiefe und macht die Entwicklung Klagenfurts bis heute erlebbar.
Architektur & Besonderheiten
Das Gebäude zählt zu den qualitätsvollen Beispielen klassizistischer Baukultur in Klagenfurt. Die klar gegliederte Fassade, die markanten Portale und die harmonischen Proportionen prägen bis heute das Erscheinungsbild.
Im Inneren zeigen sich historische Elemente wie Gewölbe, originale Bauteile und die charakteristischen Arkaden zum Innenhof, die dem Haus seine besondere Atmosphäre verleihen.
Der Stadtwall & Innenhof
Ein besonderer Teil des Gebäudes ist der noch erhaltene Abschnitt der ehemaligen Stadtbefestigung aus dem 16. Jahrhundert, der in die Struktur des Hauses integriert ist.
Der Innenhof mit seinen Arkaden bildet das Herz des Ensembles. Bereits zur Bauzeit verband er die verschiedenen Gebäudeteile und schafft bis heute einen geschützten, ruhigen Raum mitten in der Stadt.
Entwicklung & Eigentum
Im Laufe seiner Geschichte wechselte das Haus mehrfach den Besitzer und wurde kontinuierlich weiterentwickelt. Bereits im 19. Jahrhundert wurde es erweitert und an neue Nutzungen angepasst.
Seit dem späten 19. Jahrhundert ist das Gebäude mit der Familie Lemisch verbunden, die das Haus prägte und bis heute seine Geschichte weiterführt.

Abb. 14: Johann Weikhard Valvasor – Klagenfurt, 1688 . Deutlich ist die unbebaute (bis auf kleine Ausnahmen)
umlaufende Terasse entlang der Innenseite der Stadtmauer zu erkennen. Die blaue Ellipse markiert den Bereich, wo
sich das Grundstück Getreidegasse 8 heute befindet.

Seit 1795 Teil der Stadt
230 Jahre Geschichte erwacht zu neuem Leben!
Ein erhaltener Teil des ehemaligen Stadtwalls ist bis heute sichtbar und prägt das Ensemble. Als Relikt der frühen Stadtbefestigung erzählt er von Klagenfurts Geschichte und verleiht dem Standort eine besondere Tiefe.
Hier wird Geschichte nicht nur bewahrt – sie bleibt lebendig.


